Zwischen Brutzeit und Jagdruhe: Warum die zweite Maihälfte im Revier zählt

In der kommenden Woche liegt der Schwerpunkt im Revier rund um Neuhaus (Elbe) weniger auf Strecke als auf Aufmerksamkeit. Während die Natur in der Elbtalaue und im östlichen Niedersachsen in Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit steht, endet für Schmalrehe und mehrere Schalenwildarten die Frühjahrsjagdzeit am 15. Mai, was die Tage davor jagdlich besonders sensibel macht.

Gerade jetzt zeigt sich, wie eng Jagdausübung und Hege zusammengehören. Das frische Grün erschwert vielerorts die Ansprache, gleichzeitig werden Wechsel, Kanten und Wiesenränder wieder stärker genutzt, also genau dort, wo Rehwild, Niederwild und Jungwild besonders störungsempfindlich sind. Für Reviere in der Region Neuhaus heißt das: Wer draußen unterwegs ist, sollte Beobachtung, Ruhe und sauberes Ansprechen vor das schnelle Handeln stellen.

Hinzu kommt die allgemeine Rücksicht auf die freie Landschaft. In Niedersachsen gilt während der Brut- und Setzzeit noch bis zum 15. Juli die Leinenpflicht für Hunde, weil freilaufende Hunde Wildtiere in dieser Phase unnötig beunruhigen können. Das ist kein Nebenthema, sondern ein wesentlicher Teil praktischer Hege, besonders dort, wo Elbtalaue, Feldraine und Waldränder dicht zusammenliegen.

Die kommende Woche eignet sich deshalb gut für eine kurze Revierrunde mit klarem Fokus: Wild beobachten, Störungen vermeiden, Wechsel prüfen und Ruhe bewahren. Wer jetzt mit Umsicht handelt, schützt nicht nur das Wild, sondern auch die Qualität der jagdlichen Arbeit im weiteren Verlauf des Frühsommers.

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