20 Jahre Wolf im Revier: Wie sich das Verhalten des Schalenwilds verändert hat

Vor zwanzig Jahren, im Sommer 2006, wurde in der Lübtheener Heide der erste dauerhaft ansässige Wolf bestätigt. Diese Woche blicken wir zurück auf zwei Jahrzehnte, in denen sich das Verhalten von Rot- und Schwarzwild in unseren Revieren spürbar gewandelt hat.

Von der Einzelbeobachtung zum Großrudel

Ab 2013/2014 kam es in der Lübtheener Heide zu den ersten bestätigten Wolfs-Verpaarungen und Welpennachweisen, 2017 dehnte sich das damalige Kalißer Wolfsrudel bis in die Lübtheener Heide aus. Die Rotwild-Rudel im Bereich Quassel bei Lübtheen gelten seit jeher als besonders stark und sind, den jagdlichen Beobachtungen zufolge, eher noch größer geworden. Das liegt zum einen am reichen Nahrungsangebot, zum anderen offenbar auch daran, dass ein großes Rudel für den Wolf eine höhere Hürde darstellt als ein Einzelstück oder eine kleine Gruppe, ein Effekt, der sich mit dem Prinzip großer, wachsamer Verbände als Schutz vor Prädatoren erklären lässt.

Herdenbildung als Schutzstrategie

Fachlich ist diese Beobachtung durchaus gedeckt, das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung bestätigt, dass es in Wolfsgebieten zu vermehrter Rudelbildung bei Schwarz- und Rotwild kommt und das Wild insgesamt scheuer wird. Auch der Deutsche Jagdverband stellt fest, dass sich das Rotwild in seinen Raum-Zeit-Mustern längst auf den Wolf als Lebensraumpartner eingestellt hat. In unseren Revieren zeigt sich das konkret. In der Anfangszeit, als die ersten Wolfsrudel Nachwuchs führten, stand das Rotwild teilweise sogar auf der L06, weil die Straße sicherer wirkte als der Wald, Fahrzeuge mussten sich damals einen Weg durchs Rudel bahnen. Heute beobachten wir stattdessen, dass sich die Rotwild-Rudel selbst enger zusammenschließen und einen äußeren, ständig bewegten Ring bilden, ein Verteidigungsverhalten, das vor allem in der Frühphase der Wolfsansiedlung auffiel und sich seither verfestigt hat.

Tagaktivität, Wolf oder Jagddruck?

Auffällig ist zudem, dass Rot- und Schwarzwild heute deutlich häufiger auch tagsüber zu beobachten sind. Ob das eine direkte Reaktion auf den Wolf ist oder eher auf verändertes Jagdverhalten mit vermehrten Nachtansitzen zurückgeht, ist wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt. Untersuchungen zum Rehwild zeigen zwar eine erhöhte Tagaktivität in Wolfsgebieten, um der Dämmerungs- und Nachtjagd der Wölfe auszuweichen, während Forscher wie Dr. Oliver Keuling betonen, dass sich der grundsätzliche Tagesrhythmus des Schalenwilds insgesamt kaum verändert hat und weiterhin die Dämmerungs- und Nachtaktivität dominiert. Eine aktuelle länderübergreifende Studie kommt sogar zu dem Schluss, dass menschliche Jagd und Landnutzung einen stärkeren Einfluss auf Rotwild ausüben als große Beutegreifer, außer dort, wo Wolf, Luchs und Bär gemeinsam vorkommen. Für unser Revier bleibt die Ursache damit vorerst eine offene, aber jagdlich relevante Frage.

Auch Neuhaus zeigt Wandel

Selbst im Bereich Neuhaus, wo früher nur einzelne Stücke auf den Fernwechseln zu sehen waren, ziehen inzwischen ganze Rotwild-Rudel. Für die Jagdpraxis bedeutet das veränderte Ansitzstrategien und eine genauere Beobachtung der Wechsel, da sich Wildbewegungen heute stärker in Gruppen, zu weniger vorhersehbaren Zeiten, und eben auch häufiger am Tag vollziehen.

Wenn das Grün wächst, wächst der Druck: Wildschäden im Frühsommer rechtzeitig begrenzen

In der kommenden Woche rückt im Revier rund um Neuhaus (Elbe) ein Thema in den Vordergrund, das oft erst bemerkt wird, wenn der Schaden schon da ist: Wildschäden an jungen Kulturen. Mit dem kräftigen Wachstum von Raps, Mais und anderen Feldfrüchten werden Deckung und Nahrung attraktiver, gleichzeitig steigen die Chancen für Schwarzwild, Rehwild und auch anderes Schalenwild, unbemerkt in die Flächen einzuwandern.

Gerade in den offenen Landschaften zwischen Elbe, Marsch und angrenzenden Ackerflächen ist das ein bekanntes Frühsommerproblem. Wo Felder unruhig sind, Wechsel sich verlagern oder der Wind günstig steht, entstehen Schäden oft in kurzer Zeit; deshalb zählt jetzt vor allem eine gute Abstimmung zwischen Jagdausübungsberechtigten, Landwirten und Reviernachbarn.

Waidgerechtes Wildschadensmanagement beginnt nicht erst beim Schuss, sondern bei der Beobachtung. Frische Fraßspuren, Trittsiegel, Suhlen oder wiederkehrende Einstandswechsel sollten früh dokumentiert werden, damit Maßnahmen rechtzeitig greifen und nicht erst nach der nächsten Kontrolle diskutiert werden. In der Praxis helfen ruhige Ansitze an den richtigen Stellen, abgestimmte Beunruhigung und eine klare Information im Revier oft mehr als hektisches Eingreifen.

Für den Hegering Neuhaus ist das auch ein Hinweis auf die regionale Verantwortung der Jagd. Wer im Frühsommer aufmerksam bleibt, schützt nicht nur Ernte und Eigentum, sondern stärkt auch die Zusammenarbeit im ländlichen Raum, in dem Landwirtschaft und Wildlebensräume eng ineinandergreifen.

Zwischen Brutzeit und Jagdruhe: Warum die zweite Maihälfte im Revier zählt

In der kommenden Woche liegt der Schwerpunkt im Revier rund um Neuhaus (Elbe) weniger auf Strecke als auf Aufmerksamkeit. Während die Natur in der Elbtalaue und im östlichen Niedersachsen in Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit steht, endet für Schmalrehe und mehrere Schalenwildarten die Frühjahrsjagdzeit am 15. Mai, was die Tage davor jagdlich besonders sensibel macht.

Gerade jetzt zeigt sich, wie eng Jagdausübung und Hege zusammengehören. Das frische Grün erschwert vielerorts die Ansprache, gleichzeitig werden Wechsel, Kanten und Wiesenränder wieder stärker genutzt, also genau dort, wo Rehwild, Niederwild und Jungwild besonders störungsempfindlich sind. Für Reviere in der Region Neuhaus heißt das: Wer draußen unterwegs ist, sollte Beobachtung, Ruhe und sauberes Ansprechen vor das schnelle Handeln stellen.

Hinzu kommt die allgemeine Rücksicht auf die freie Landschaft. In Niedersachsen gilt während der Brut- und Setzzeit noch bis zum 15. Juli die Leinenpflicht für Hunde, weil freilaufende Hunde Wildtiere in dieser Phase unnötig beunruhigen können. Das ist kein Nebenthema, sondern ein wesentlicher Teil praktischer Hege, besonders dort, wo Elbtalaue, Feldraine und Waldränder dicht zusammenliegen.

Die kommende Woche eignet sich deshalb gut für eine kurze Revierrunde mit klarem Fokus: Wild beobachten, Störungen vermeiden, Wechsel prüfen und Ruhe bewahren. Wer jetzt mit Umsicht handelt, schützt nicht nur das Wild, sondern auch die Qualität der jagdlichen Arbeit im weiteren Verlauf des Frühsommers.

Maiwoche im Revier: Jagdzeit und Rücksicht gehören zusammen

Mit der kommenden Maiwoche steht im Revier rund um Neuhaus (Elbe) eine besonders sensible Phase bevor: Die Natur ist voll in der Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit, zugleich sind Rehböcke in Niedersachsen bereits seit dem 1. April jagdbar. Gerade im östlichen Niedersachsen, wo Offenland, Waldränder und die Flächen der Elbtalaue dicht nebeneinanderliegen, braucht es jetzt einen besonders wachen Blick für Wild, Nachwuchs und Störungen durch Freizeitnutzung.

Für Jägerinnen und Jäger bedeutet das in der kommenden Woche vor allem zweierlei: saubere Beobachtung und konsequente Rücksicht. Das Niedersächsische Ministerium weist darauf hin, dass in der freien Landschaft noch bis zum 15. Juli die Leinenpflicht für Hunde gilt, weil Wildtiere in dieser Jahreszeit besonders empfindlich auf Beunruhigung reagieren. Gerade Setzplätze, Bodenbrüter und junge Stücke profitieren jetzt von Ruhe im Revier.

Jagdlich ist die Woche auch deshalb interessant, weil die Frühjahrsjagdzeit für Schmalrehe sowie für Schmaltiere und Schmalspießer bei mehreren Schalenwildarten nur noch bis zum 15. Mai läuft. Damit rückt in den nächsten Tagen eine Phase in den Vordergrund, in der Ansprechen, Zurückhaltung und ein sicherer Überblick besonders wichtig sind. Wer jetzt im Revier unterwegs ist, merkt schnell: Nicht jede jagdliche Möglichkeit muss auch genutzt werden, wenn Wildschutz und Ruhe Vorrang haben.

Für den Hegering Neuhaus ist das ein gutes Thema für die kommende Woche, weil es Jagdausübung und Hege zusammenführt. Die ersten Maitage zeigen jedes Jahr aufs Neue, dass verantwortungsvolle Jagd nicht nur aus Jagdzeit besteht, sondern auch aus Rücksicht auf das, was im Revier gerade erst heranwächst.

Mit dem Mai beginnt beim Rehwild eine neue Phase

In der kommenden Woche rückt in Niedersachsen der Monatswechsel in den Blick, und damit auch eine besonders sensible Zeit im Revier: Der April geht zu Ende, der Mai beginnt, und beim Rehwild verdichten sich Aktivität und Beobachtungsmöglichkeiten deutlich. Nach der in Niedersachsen veröffentlichten Übersicht der Jagdzeiten sind Rehböcke seit dem 1. April jagdbar; zugleich endet bei Schmalrehen sowie bei Schmaltieren und Schmalspießern verschiedener Schalenwildarten die Frühjahrsjagdzeit bereits wieder am 15. Mai.

Für Reviere im östlichen Niedersachsen ist die kommende Woche deshalb eine Zeit der genauen Beobachtung. Das frische Grün steht inzwischen hoch, Einstandswechsel werden wieder klarer sichtbar, und die Ansprache verlangt nun besondere Sorgfalt, weil sich Wildbewegung, Vegetation und zunehmende Freizeitnutzung der Landschaft spürbar überlagern.

Gerade jetzt zeigt sich, dass Jagd im Frühjahr mehr ist als Bejagung allein. Wer in den nächsten Tagen draußen unterwegs ist, ob jagdlich oder zur Erholung, sollte dem Wild die nötige Ruhe lassen und Rückzugsräume respektieren. So bleibt der Start in den Mai eine Zeit mit guter Beobachtung, waidgerechtem Handeln und möglichst wenig Störung im Revier.

Brut- und Setzzeit beginnt – Rücksicht schützt den Nachwuchs

Mit dem Frühling beginnt in unseren Revieren die Brut- und Setzzeit – die empfindlichste Phase im Jahreslauf von Reh, Hase, Fasan und vielen anderen Wildarten. Jetzt bringen zahlreiche Tiere ihren Nachwuchs zur Welt oder brüten in Bodennähe. Jede unnötige Störung kann zur Aufgabe von Gelegen oder zum Tod der Jungtiere führen.

Hunde bitte anleinen
Ab März gilt: Hunde gehören beim Spaziergang im Revier an die Leine. Auch gut erzogene Tiere folgen manchmal ihrem Jagdinstinkt. Schon das Aufstöbern oder Hetzen kann Wildtiere erheblich stressen oder Jungtiere gefährden.

Vorsicht bei Jungtieren
Wer ein Rehkitz, einen Junghasen oder einen vermeintlich verlassenen Vogel findet, sollte Abstand halten. Jungtiere sind selten wirklich verlassen – die Mutter kehrt meist zurück, sobald Ruhe herrscht. Menschengeruch kann dagegen dazu führen, dass das Tier nicht mehr angenommen wird. Nur verletzte Tiere dürfen ausnahmsweise einem Tierarzt oder einer anerkannten Wildtierstation gemeldet werden.

Rücksicht sichert Artenvielfalt
Achtsames Verhalten in dieser Zeit schützt nicht nur das einzelne Tier, sondern dient dem Erhalt stabiler, gesunder Wildbestände. Wer Wege einhält, Hunde anleint und Wildtiere ungestört lässt, hilft mit, unsere heimische Natur zu bewahren.

Was sind eigentlich Trophäen? Sinnloser Schmuck oder wichtiger Indikator?

Was sind Trophäen?

Typische Jagdtrophäen sind Geweihe, Hörner, Haare und Zähne von Säugetieren. Beispiele sind die Waffen (das Gewaff) des Keilers oder die Grandeln des Rothirsches. Auch Krallen und Felle gehören zu den Jagdtrophäen. Beim Flugwild werden Federn als Trophäen getragen. Z.B. die Schwanzfedern des Fasans.

Hegeschau

Auf der jährlichen Hegeschau der Hegeringe, die zum Ende des Jagdjahres (im März) stattfindet, werden die Trophäen des vergangenen Jahres ausgestellt. Der Jäger hat die Pflicht alle Trophäenträger (Geweih- und Hornträger) vorzulegen. Die Trophäen werden nach Altersklassen, Ausbildung und Geschlecht bewertet und mit den amtlichen Abschussplänen verglichen.

Trophäen sind wichtig und interessant

Trophäen sind ein wichtiger Indikator über die Situation des Wildes und zwar sowohl über die erfolgten Abschüsse als auch über das im Jagdgebiet vorkommende Wild. Art und Stärke der Trophäen geben direkte Auskunft über Gesundheitszustand, Erbinformation und z.B. Äsung des Wildes.

Lebendbeschau

Schon beim lebenden Stück Wild beurteilt der Jäger anhand des Bewegungsmusters, des Habitus und der Trophäe den Gesundheitszustand des Wildes und selektiert so für den Abschuss. Die Erhaltung eines gesunden Wildbestandes ist gesetzliche und ethische Pflicht des Jägers. Durch die Erlegung schwacher oder gar kranker Tiere verhindert der Jäger aktiv und entscheidend die Ausbreitung von Krankheiten bei Tier und Mensch. Krankheiten wie z.B. Tollwut, Tularämie, Tuberkulose können vom Tier auf den Menschen übertragen werden.

Trophäensammlung

Über Jahre gesammelte und dokumentierte Trophäen geben einen guten Überblick über die Gesundheit und Entwicklung des Wildes und der Natur im Wirkungsbereich des Jägers.

Borkenkäfer: Erkennen, Melden und Bekämpfen

Die Bekämpfung von Borkenkäfern stellt derzeit eine besondere Herausforderung für die deutsche Forstwirtschaft dar. Auch in 2019 werden wieder erhebliche Schäden durch den Borkenkäfer erwartet.

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat in Zusammenarbeit mit der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt die App „WaldKat mobile“ entwickelt. Mit der App können Schäden im niedersächsischen Privatwald aufgenommen und gemeldet werden. Die von der App gewonnenen Daten werden zunächst an die WaldKat web Plattform der Landwirtschaftskammer Niedersachsen geschickt. Auf diese Plattform haben nur die forstlichen Kammermitarbeiter Zugriff. Erst nach Bestätigung der Meldungen werden die Daten in das Waldschutz-Meldeportal eingestellt. Die App richtet sich in erster Linie an forstlichen Dienststellen der Landwirtschaftskammer und deren Mitarbeiter.

Beste Bedingungen für den Käfer

Im vergangenen Jahr hatten die Schädlinge so gute Bedingungen, dass es drei statt der üblichen zwei Fortpflanzungszyklen gab. Der Aufbau strukturierter, vielfältiger und stabiler Mischbestände in der Waldwirtschaft kann die Ausbreitung des Schädlings zwar mindern, die Realität sieht aber meist anders aus. Große Kulturen, ausschließlich mit Nadelhölzern fördern die Ausbreitung des Käfers. Der Aufwand bruttaugliches Material schnell aus dem Wald zu bringen bzw. es so zu behandeln, dass es seine Brutraumeigenschaft verliert, zum Beispiel durch die Entrindung von Baumstämmen, ist zeitaufwändig und somit teuer. In den Wäldern bleibt Sturmholz oft (zu mindestens teilweise) liegen weil es unwirtschaftlich ist es zu verarbeiten. Zusammen mit der warmen und trockenen Witterung sind das beste Bedingungen für Holz- und Rindenbrütende Käferarten.

Derzeitige Bekämpfung in Deutschland

In Deutschland sind derzeit 26 Insektizide in der Forstwirtschaft zugelassen. Sie basieren hauptsächlich auf Cyhalothrinen, Tebufenozid und dem Bacillus thuringensis aizawai. Die meisten Zulassungen laufen dieses oder nächstes Jahr aus (siehe www.bvl.bund.de/psmstatistiken). Insektizide mit Pyrethroidwirkstoffen (Cypermethrin, alpha-Cypermethrin und lambda-Cyhalothrin) sowie Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Pirimicarb sind Breitbandinsektizide. Sie sind Fraßgifte und wirken nicht selektiv. Pyrethroide haben eine sehr hohe Toxizität gegenüber Gewässerorganismen (z. B. Algen, Fische und Fischnährtiere). Breitbandinsektizide mit den Wirkstoffen alpha-Cypermethrin oder Cypermethrin wurden grundsätzlich als bienengefährlich und als schädigend für Populationen relevanter Nutzorganismen eingestuft. Das Bacillus thuringensis aizawai wird als weniger schädlich für den Naturhaushalt eingestuft.

Aus Sicht des Jägers

ist der Einsatz von „nicht Selektiven“ Insektiziden grundsätzlich schon umstritten, wenn sie dabei dann noch hoch giftigen sind ist ihr Einsatz nicht sinnvoll und gefährlich. Jedes nicht selektive Insektizid wirkt auch auf nützliche Arten und indirekt auch auf Säugetiere und den Menschen. Auch wenn man beim Spritzen aus der Luft Abstand von Gewässern halten muss kann doch nicht ausgeschlossen werden, dass Gewässerorganismen geschädigt werden.

Vor ein paar Wochen hatte ich das Vergnügen mit ein paar richtig verrückten DDR-Agrarflieger Veteranen zusammen zu sitzen. Diese Begeisterung für die Flugzeuge, das Fliegen und das Spritzen. Einfach unglaublich! Einer dieser tollkühnen Piloten erzählte beiläufig, dass er auf einer Versuchsfläche ein neues Mittel versprüht hat. Es soll gegen Borkenkäfer helfen und aus Pflanzenextrakten hergestellt sein. Erst im Nachhinein hat sich diese Information in meinen „grauen Zellen“ festgesetzt und ich habe angefangen zu recherchieren.

Es gibt etwas Neues

Das Mittel heißt DEON gegen Borkenkäfer. Eigentlich wurde es für den Gartenbau entwickelt. Das Mittel beeinflusst die Wirkung enzymatischer Prozesse auf dem Chitinpanzer von Borkenkäfern. Der Chitinpanzer des Käfers wird auf diese Weise irreversibel geschädigt. DEON regt die natürliche Bildung von Alkaloiden in Blüten und Blättern einer Pflanze an und stärkt damit das Immunsystem gegen Schädlinge, Schimmelpilze und Pilze. Es wirkt also nicht nur direkt gegen die Käfer, sondern gibt den Pflanzen auch Hilfe zur Selbsthilfe. Das Mittel kann nicht nur im Frühjahr eingesetzt werden. Auch der Einsatz im Herbst hat sich bewährt, da es über die Schädigung des Chitinpanzers zu einem erhöhten Wintersterben kommt. Eine weitere Bekämpfung erfolgt dann Anfang Mai des nächsten Jahres. Die adulten Formen nehmen den Wirkstoff mit in die Rammel-Kammern. So wird der Nachwuchs schon vor dem Ausfliegen geschädigt. Versuche in Gewächshäusern haben gezeigt, dass die Sterblichkeitsrate bei bestäubenden Insekten nicht steigt.

Da es sich um einen Pflanzenextrakt handelt, der aus 100% natürlichen und biologischen Bestandteilen besteht, ist DEON nicht kennzeichnungspflichtig nach Gefahrstoff- und CLP-Verordnung und zu 100 % biologisch abbaubar.

Vielleicht kann auch die Feuerwehr helfen?

Bei einer Verdünnung von 1:5000 mit Wasser im direkten Einsatz kann ich mir vorstellen, dass die Feuerwehr mit ihrer Werfer-Technik helfen kann.

Wer Interesse an weiterführenden Informationen hat kann sich gern bei mir melden. Ich versuche gerade einen direkten Kontakt zum Hersteller und zum deutschen Vertrieb aufzubauen.