In der kommenden Woche rückt im Revier rund um Neuhaus (Elbe) ein Thema in den Vordergrund, das oft erst bemerkt wird, wenn der Schaden schon da ist: Wildschäden an jungen Kulturen. Mit dem kräftigen Wachstum von Raps, Mais und anderen Feldfrüchten werden Deckung und Nahrung attraktiver, gleichzeitig steigen die Chancen für Schwarzwild, Rehwild und auch anderes Schalenwild, unbemerkt in die Flächen einzuwandern.
Gerade in den offenen Landschaften zwischen Elbe, Marsch und angrenzenden Ackerflächen ist das ein bekanntes Frühsommerproblem. Wo Felder unruhig sind, Wechsel sich verlagern oder der Wind günstig steht, entstehen Schäden oft in kurzer Zeit; deshalb zählt jetzt vor allem eine gute Abstimmung zwischen Jagdausübungsberechtigten, Landwirten und Reviernachbarn.
Waidgerechtes Wildschadensmanagement beginnt nicht erst beim Schuss, sondern bei der Beobachtung. Frische Fraßspuren, Trittsiegel, Suhlen oder wiederkehrende Einstandswechsel sollten früh dokumentiert werden, damit Maßnahmen rechtzeitig greifen und nicht erst nach der nächsten Kontrolle diskutiert werden. In der Praxis helfen ruhige Ansitze an den richtigen Stellen, abgestimmte Beunruhigung und eine klare Information im Revier oft mehr als hektisches Eingreifen.
Für den Hegering Neuhaus ist das auch ein Hinweis auf die regionale Verantwortung der Jagd. Wer im Frühsommer aufmerksam bleibt, schützt nicht nur Ernte und Eigentum, sondern stärkt auch die Zusammenarbeit im ländlichen Raum, in dem Landwirtschaft und Wildlebensräume eng ineinandergreifen.

