Schalldämpfer technisch und funktionell gesehen.

Nachdem Schalldämpfer in immer mehr Bundesländern Deutschlands erlaubt sind und seit Januar 2019 auch in Österreich kein Tabu mehr sind häufen sich die Fragen technischer und funktioneller Art.

Mein letztes Weitschuss-Seminar habe ich im Tschechischen Střelná gegeben. Die Waffen- und Munitionsfabriken ZVI hat dort, malerisch in den Bergen gelegen, einen tollen 2000m Schießstand auf dem man vieles ausprobieren kann. Bei dem jagdlichen Seminar waren Distanzen zwischen 50 und 500m geplant. Wir wollten komplizierte Schüsse trainieren. Viele der Teilnehmer waren aus Österreich mit ihren neuen Schalldämpfern angereist und so kamen schnell Fragen auf, die immer wieder gestellt werden. Einige dieser Fragen möchte ich hier kurz erörtern:

Welche Arten von Schalldämpfern gibt es?

Derzeit gibt es drei Arten von Schalldämpfern auf dem Markt. Wer sich mit Waffentechnik ein bisschen auskennt wird den Aufschraub-Schalldämpfer (Screw-on-suppressor) schnell erkennen.
Der Schalldämpfer mit Gewinde
läßt sich auf einen Lauf mit Gewinde schnell aufschrauben. Jeder Büchsenmacher kennt sie und hat verschiedene Ausführungen am Lager. Die einzigen Bedingungen, die erfüllt sein müssen sind eine Waffe deren Lauf ein Gewinde hat, der passende Kaliberdurchmesser und die eingravierte Seriennummer, die in der WBK Eingetragen wird. Dieser Typ wird in großen Stückzahlen seit ca. 1980 gefertigt.
Der Schalldämpfer mit Schnellverschluss
nutzt einen Adapter oder eine spezielle Mündungsbremse auf dem Laufende. Es gibt sie mit und ohne Verriegelung.
Der Integralschalldämpfer
ist relativ neu. Die erste integral gedämpfte Waffe habe ich Ende 2015 gesehen. Die Schalldämpfungstechnologie wird hierbei direkt in den Lauf integriert. Lauf und Schalldämpfer sind ein Teil. Wenn Sie sich für diesen Typ entscheiden müssen Sie entweder eine integral schallgedämmte Waffe kaufen oder Ihre bestehende Waffe mit einem integral gedämpften Lauf ausrüsten lassen. Die Idee eines integral gedämpften Gewehrlaufes findet vor allem in den USA immer mehr Interessenten.

Im Deutschsprachigen Raum springen sowohl die Blaser GmbH als auch die Steyr Arms GmbH auf diesen zug auf. Sowohl die Blaser R8 Silence als auch die Steyr Breeze sind keine rein integralgedämpfte Waffen. Beide Hersteller gehen einen Mittelweg und bieten extrem kurzläufige Waffen an über deren Lauf auf ganzer Länge ein over-barrel-Schalldämpfer gestülpt wird. Der eigentliche Lauf der Blaser R8 Silence ist 42cm und der der Steyr Breeze sogar nur 40,7 cm (bei Kaliber .308 Winchester). Mit aufgeschraubtem Schalldämpfer sind die Waffen dann (wie gewohnt) 115 bzw. 117 cm lang.

Vorteile

  • Der „Standard-Schalldämpfer“ mit Gewinde ist überall zu bekommen, weit verbreitet und leicht zu reinigen. Auch für Aufschraub-Schalldämpfer gibt es mittlerweile Multikaliber-Schalldämpfer, wie den Nielsen Sonic Ghost 50, die auf mehreren Waffen, mit unterschiedlichen Kalibern, geschossen werden können.
  • Der Schnellverschluss hat den Vorteil, dass man den Schalldämpfer problemlos von einer zur anderen Waffe wechseln kann (wenn beide Waffen einen Adapter montiert haben). Man sieht oft Schützen, die einen .308 Win Schalldämpfer mit Schnellverschluss auf eine .223 Rem wechseln. Der zweite Vorteil ist die Verriegelung die verhindert, dass sich der Schalldämpfer löst wenn er warm wird (z.B. beim Training im Schießkino).
  • Die integral schallgedämpfte Waffe hat den Vorteil, dass die Wärme gleichmäßig und gut abgeführt wird und der Schalldämpfer auch bei kleinen Zielfernrohr Vergrößerungen von < 4x nicht stört. Außerdem bringt er kein eventuell störendes extra-Gewicht an die Mündung der Waffe und stört dadurch weniger.
  • Im Allgemeinen verbessern Schalldämpfer die Treffsicherheit von Waffe und Schützen (technisch und psychologisch). Technisch gesehen entstehen an der Mündung weniger Wirbel, die die Flugbahn des Geschosses beeinflussen und psychologisch gesehen hat man erheblich weniger Rückstoß und weniger Beeinträchtigung durch den Schussknall. Dadurch „muckt“ man weniger.

Nachteile

  • Im allgemeinen haben alle Typen von Schalldämpfern den Nachteil, dass die Waffe schwerer wird. Vor allem die an der Mündung montierten Aufschraub- und Schnellverschluss-Schalldämpfer machen die Waffe etwas Kopflastig. Um dem entgegen zu wirken gibt es eine Ausführung als „over-Barrel“-Schalldämpfer, dessen Gewinde (oder Schnellverschluss) im nicht am Ende sondern im inneren des Schalldämpfers liegt. Bei so einem Schalldämpfer muss das Korn auf jeden Fall entfernt werden.
  • Der Integralschalldämpfer bzw. die integral Schallgedämpfte Waffe hat darüber hinaus den Nachteil, dass ich mit der Waffe nicht in (Bundes)-Ländern zur Jagd gehen darf in denen die Jagd mit Schalldämpfern verboten ist. Ein weitere Nachteil ist, aus meiner Sicht, die Tatsache, dass man sich technisch festlegt. Wenn in einigen Jahren bessere oder andere Schalldämpfungstechnik entwickelt wird kann man nicht umsteigen
  • Die Waffe verschmutzt beim schießen mit Schalldämpfer stärker. Das liegt daran, dass sich im Schalldämpfer druck aufbaut, der nach dem Durchgang des Geschosses nach vorn abgeleitet wird. Durch diesen Staudruck verbleibt auch etwas mehr Pulverdampf im Lauf.

Macht es nur noch „piff“ wenn ich mit Schalldämpfer schieße?

Ganz so wie im Film ist es nicht. Das liegt daran, dass sich der Schuss eigentlich aus zwei Knallgeräuschen zusammen setzt. Zum einen haben wir den Mündungsknall. der entsteht dadurch, dass sich die Gase (die das Geschoss antreiben) an der Mündung schlagartig ausdehnen und einen explosionsartigen Knall erzeugen. Dieses Geräusch kann man mit dem Schalldämpfer beeinflussen. Der zweite Knall entsteht dadurch, dass das Geschoss mit Überschallgeschwindigkeit fliegt. Wie der Knall eines Kampfjets, der im Flug die Schallmauer durchbricht. Diesen Überschall-Knall kann der Schalldämpfer nicht beeinflussen. Er ist übrigens die lautere Komponente des Schussknalls.

So leise, wie im Film wird es nur mit Schalldämpfer und Unterschall-Munition. Die hat aber so wenig Energie, dass man damit nicht auf Schalenwild schießen darf.

Kann man mit Schalldämpfer ohne Gehörschutz schießen?

Ein Schalldämpfer muss den Schalldruckpegel um mindestens 20 dB(A) mindern. Dazu muss man wissen, dass eine Minderung um 6 dB(A) schon eine Halbierung der Lautstärke bedeutet. Zum besseren Verständnis hier ein paar Beispiele:

In einem ruhigen Zimmer hat man einen Schalldruckpegel von 20-30 dB(A)
Ein normales Gespräch hat 40-60 dB(A)
Der Fernseher in Zimmerlautstärke hat 60 dB(A)
Eine Hauptverkehrsstraße 80-90 dB(A)
In der Disco (im Club) herrscht Presslufthammer Lautstärke von 100 dB(A)
Ein Verkehrsflugzeug in 30m Entfernung hat 110-120 dB(A)
Und ein Gewehrschuss im Kaliber .308 Winchester ca. 160 dB(A)

Gehörschäden treten bei kurzfristiger Einwirkung eines Schalldruckpegels ab 120 dB(A) auf und die Schmerzschwelle liegt zwischen 130 und 140 dB(A).

Wenn der Schalldämpfer den Schalldruck also um 23 dB(A) senkt, was die meisten Schalldämpfer schaffen, dann tut es beim Schießen nicht mehr in den Ohren weh. Allerdings besteht immer noch die Gefahr von Gehörschäden. Der Jagdhund, der unter der Kanzel sitzt ist vermutlich dann schon weit genug entfernt um keine Schäden mehr davon zu tragen.

Wie schwer ist ein Schalldämpfer

Vor 15 Jahren wurden Schalldämpfer aufgrund der „Richtlinie 2003/10/EG des Europäischen Parlaments und des Rates“ in England und einigen (wenigen) anderen Ländern als Bestandteil des Gesundheitsschutzes erlaubt. Damals hatten Schalldämpfer ein durchschnittliches Gewicht von 650g. Heute gibt es Schalldämpfer für Großkaliberwaffen mit weniger als 200g.

Wird das Mündungsfeuer reduziert?

Ja, sogar sehr stark. In fast allen Fällen ist kein Mündungsfeuer mehr durchs Zielfernrohr zu sehen.

Stört der Schalldämpfer im Bild der Optik?

Ein Schalldämpfer mit einem Durchmesser von 50mm ist bei einer Vergrößerung von 4fach oder mehr nicht mehr im Zielfernrohr zu sehen.

Verändert sich die Treffpunktlage beim Schießen mit Schalldämpfer?

Mir ist bisher nur ein einziger Fall bekannt bei dem sich die Treffpunktlage nicht verändert hat. In den meisten Fällen verändert sie sich zischen 2 und 10 cm. Dickere Läufe und leichte Schalldämpfer verändern die Treffpunktlage weniger als dünne Läufe mit schwere Schalldämpfern. Den Schalldämpfer abzunehmen und neu Aufzusetzen ändert die Treffpunktlage nicht.

Wie funktioniert eigentlich ein Schalldämpfer?

Das Prinzip ist eigentlich einfach. Die an der Mündung austretenden Gase werden in den Dämpfer geleitet und gehen zunächst in die Expansionkammer in der sie sich ausbreiten können. Anschließend werden sie in unterschiedlich gestalteten Kammern gebremst bevor sie, erheblich langsamer, vorn austreten.

Wie lange hält ein Schalldämpfer?

Keine Ahnung! Ein Stahl-Schalldämpfer hält vermutlich länger als ein Aluminium Schalldämpfer. Ich selbst habe mit einem Alu-Schalldämpfer mittlerweile mehr als 2000 Schuss geschossen. Es sind leichte Abnutzungen durch die heißen Gase zu sehen. Die sind aber kaum messbar.

Geht der Schalldämpfer kaputt wenn man zu schnell hintereinander schießt?

Jagdliche Schussfolgen sind für einen (Aluminium) Schalldämpfer kein Problem. Auch im Schießkino habe ich noch einen Schalldämpfer gesehen, der aufgrund einer zu schnellen Schussfolge kaputt gegangen ist. Auf einem militärischen Versuchsgelände haben wir einmal einen Schalldämpfer bewusst zerstört. Er hat 100 Schuss innerhalb von fünf Minute ausgehalten bevor er auseinander gerissen ist.
Im Schießkino sieht man beim „Dauerfeuer“ irgendwann ein starkes Flimmern, das von der Wärme des Schalldämpfers kommt. Um das zu mindern gibt es Schutzhüllen.

Wird meine Waffe mit Schalldämpfer Kopflastig?

Diese Frage wird sehr oft gestellt. Meistens im Zusammenhang damit ob der Schalldämpfer bei der Drückjagd hinderlich ist. Eine klassische Jagdwaffe wiegt mindestens 3,5 Kg dazu kommt die Optik mit 300-600g die recht weit hinten sitzt. Ein Schalldämpfer bringt meist deutlich weniger als 400g an die Mündung.
Der Eine sagt, dass er dadurch besser „durchschwingen“ kann und den Anderen stört es. Beim Ansitz ist der Schalldämpfer nicht störend und wen es bei der Drückjagd stört, der kann sich seinen Lauf etwas kürzen lassen und kompensiert damit das zusätzliche Gewicht.

Muss man einen Schalldämpfer reinigen?

Waschen Sie ihr Auto? Ja! Reinigen Sie ihre Waffe? Sagen Sie jetzt nicht nein! Fakt ist: Waffe und Schalldämpfer brauchen Pflege. Pulverrückstände setzen sich im inneren des Schalldämpfers ab und sollten gelegentlich entfernt werden. Der Putzstock oder eine Reinigungsschnur sind gute Werkzeuge. Wenn man den Schalldämpfer zerlegen kann dann kann man die Einzelteile auch mit einer Bürste reinigen. Der Büchsenmacher hat meistens ein Ultraschallgerät um Schalldämpfer zu reinigen. Eine leichte Schicht an Rückständen kann, genau wie etwas Öl, die Dämpfungswirkung sogar noch verbessern.

Reagiert das Wild auf einen schallgedämpften Schuss anders?

Definitiv Ja! Da die Komponente des Mündungsknalls fehlt bzw. enorm reduziert ist kann das Wild die Richtung aus der der Schuss gekommen ist nicht wahrnehmen. Dadurch ändert sich oft die Fluchtrichtung. Vor allem bei Rotwild habe ich beobachtet, dass es sogar in Richtung des Schützen flüchtet.

Habe ich noch Fragen unbeantwortet gelassen?

Ich ergänze diesen Beitrag gern. Mitglieder unseres Hegeringes können die Kommentarfunktion nutzen alle anderen bitte ich um eine persönliche Nachricht.

Waidmannsheil
  Florian Schäfer

Kitzrettung bei der Frühmahd

Die Natur erwacht. Die Wiesen werden grün und die Energiepflanzen, wie z.B. der Grünroggen sind auch bald bereit das erste Mal gemäht zu werden. Die Frühmahd fällt aber, wie immer, in die Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere. Die Tiere ducken sich im hohen Grün. Sie versuchen sich gut zu tarnen und die Elterntiere versuchen die Aufmerksamkeit von Feinden auf sich zu lenken. Das funktioniert prima beim Wolf, beim Fuchs und auch bei Raubvögeln, der „Luftwaffe“. Wenn die Mähmaschine kommt ist dieses Verhalten aber kontraproduktiv.

Wir Jäger, als einzige staatlich geprüfte Naturschützer, sind hier als koordinierende Instanz gefragt. Absolut JEDER kann helfen. Liebe Lehrerinnen und Lehrer mit Euren Schulklassen, liebe Kindergartengruppen, wenn Ihr zu Kitzrettern werden wollt, dann wendet euch an uns wir organisieren das.

Liebe Landwirte: Bitte nennt uns die Termine wenn es an die Maht geht rechtzeitig damit wir vorher Maßnahmen ergreifen können.

Bewährte Maßnahmen um das Leben der Wildtiere zu schützen sind z.B. das Absuchen der Wiesen mit Jagdhunden. Flatterbänder, knisternde Tüten aber auch das Aufstellen von Radios am Vorabend haben sich bewährt. Die Elterntiere holen ihre Jungen, die im Feld versteckt liegen dann im Schutz der Nacht an einen anderen sicheren Platz. Wenn die Witterung es zulässt können wir die Felder auch mit Drohnen abfliegen um Kitze zu finden.

Eine Begrenzung der Schnitthöhe auf etwa 15 bis 20 Zentimeter in der kritischen Aufzuchtzeit verspricht auch Erfolge bei der Rettung von Gelegen der Wildvögel und sogar auch von Rehkitzen die sich instinktiv ducken.

Tick-Tack bald ist Neujahr: Jagdschein verlängern!

Am 1. April beginnt das neue Jagdjahr. Es ist also höchste Zeit zu überprüfen ob der Jagdschein verlängert werden muss.

Ein gültiger Jahresjagdschein ist das Bedürfnis für den Besitz von Waffen und gleichzeitig die Berechtigung Langwaffenmunition zu besitzen. Ein fehlendes Bedürfnis kann zum Widerruf der WBK führen.

Wer den Antrag auf Verlängerung des Jagdscheines noch nicht gestellt hat, sollte dies unbedingt in den nächsten Tagen nachholen. Die Zuverlässigkeitsprüfung wird nur in wenigen Bundesländern automatisch angestoßen und so dauert es in Niedersachsen nach Antragstellung einige Wochen bis der Jagdschein verlängert wird.

ASP: Ausgleichszahlungen für Jäger zur Absenkung der Schwarzwildbestände

Vor dem möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) möchte das Land Niedersachsen die Schwarzwildbestände präventiv so weit absenken, dass die Ausbreitung der Krankheit möglichst unterbunden wird. Für den entstandenen Mehraufwand gewährt das Land finanzielle Unterstützung für Jagdausübungsberechtigten und Hundeführer.

Antragsberechtigt ist der Jagdausübungsberechtigte, also der Revierpächter. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen übernimmt die Antragsbearbeitung und Auszahlung des Geldes. Anders als bei anderen Subventionen ist kein Antrag vor Beginn der Maßnahme erforderlich. Die Möglichkeit, Aufwand geltend zu machen, gilt für alles erlegte oder gefundene Schwarzwild seit 1.4.2018.

Konkret werden die folgenden Maßnahmen gefördert:

  • Suchen und Beproben von Fallwild und von schwerkrankem Schwarzwild.
  • Mehrabschuss von Schwarzwild aller Altersklassen.
  • Einsatz von Jagdhunden bei revierübergreifenden Drückjagden.

Die Höhe der Entschädigung beträgt 50 Euro pro Stück Schwarzwild. Voraussetzung ist allerdings, dass die Strecke im jeweiligen Revier höher ist als im Durchschnitt der vergangenen drei Jagdjahre 2014/15, 2015/16 und 2016/17. Die Antragstellung ist vom 1. April bis 31. Mai für das vorangegangene Jagdjahr möglich.

Der Antrag ist an folgender Stelle einzureichen:

Landwirtschaftskammer Niedersachsen
Regionalstelle Uelzen
Wendlandstraße 10
29525 Uelzen

Zuständig ist:
Herr Erich Knüppel 05841-6320 Erich.Knueppel@lwk-niedersachsen.de
Herr Peter Lux 0581-94639-35 Peter.Lux@lwk-niedersachsen.de

Das Antragsformular steht im Download-Bereich

Für alle, die es genau wissen wollen hier die zum Antrag gehörende Verwaltungsvorschrift_ASP.

Der Wolf: Die Geister, die ich rief…

Der Wolf gehört in unsere Kulturlandschaft: Ja!
Der Wolf konnte in Deutschland wider angesiedelt werden: Prima!
Aus „der Wolf“ wird ganz schnell „die Wölfe“: Oops… Plural? Viele?

Genau wie Hunde werfen Wölfe zwei Mal pro Jahr. Ein Wurf besteht aus ein bis elf, in der Regel vier bis sechs Welpen. Die Mortalität ist allerdings hoch (ca. 50%), vor allem in den ersten zwei Lebensjahren. Die wichtigsten natürlichen Sterblichkeitsfaktoren sind Verletzungen durch Kämpfe mit rudelfremden Wölfen, Verkehrsunfälle und Verhungern (auf die internationale Wolfspolulation bezogen).

Ein Rudel besteht aus den Elterntieren, den Nachkommen des Vorjahres und den Welpen des aktuellen Jahres. Also aus etwa 11 Tieren. Laut DBBW, der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf, gab es im Monitoringzeitraum 2018/2019 Deutschlandweit 58 Rudel, 2 Paare und 4 terretoriale Einzeltiere. In 58 der 64 Territorien wurde Reproduktion bestätigt, mit insgesamt 212 Welpen.

Von diesen 212 Welpen stirbt die Hälfte. Es entstehen also 53 Paare, die wiederum je ca. 6 Welpen zu Welt bringen…

FDP und AFD haben diesen Zusammenhang beide erkannt und in den Drucksachen 19/594 und 19/584 konsequenzen gefordert.

Die FDP fordert:

  1. einen Gesetzesentwurf vorzulegen, in dem der Wolf als jagdbare Tierart in das Bundesjagdgesetz aufgenommen wird;
  2. sich auf europäischer Ebene für die Aufnahme des Wolfes in Anhang V der FFHRichtlinie einzusetzen, damit der Wolf in die Verordnung über die Jagdzeiten entsprechend aufgenommen werden kann;
  3. einheitliche Standards für ein bundesweites Wolfsmanagement und Wolfsmonitoring zu schaffen;
  4. zusätzliche finanzielle Mittel für die Schadensprävention und Wolfsgeschädigte bereitzustellen.

Die AFD fordert:

  1. Ein Projekt zur Neufestlegung des Status der in Deutschland lebenden Wölfe und Wolfsmischlinge zu initiieren. Es soll untersucht werden, ob die Tiere der Unterart Canis Lupus Lupus angehören oder anderen Unterarten bzw. Mischlingen, die keinen Schutzstatus haben;
  2. den Erhaltungszustand der Tierart Wolf darzulegen und eine Aktualisierung der Habitatanalyse für Deutschland vorzunehmen, wie es die Umweltministerkonferenz im November 2017 forderte;
  3. bis zur Feststellung einer eindeutigen Zuordnung zu der Unterart (bzw. Rasse)sollen Maßnahmen zum Schutz von Weidetieren und Menschen ergriffen werden
    • Man denkt an konsequentere Umsetzung bestehender Gesetze, Schaffung zusätzlicher gesetzlicher Grundlagen im Naturschutz und im Jagdrecht und man möchte eine Obergrenze der Population festlegen, wie vom LCIE (Large Carnivore Initiative Europe) gefordert.
  4. zusätzlich sollen Ziele definiert werden, die die Rechtssicherheit im Umgang mit Wolfspopulationen regeln.

Beide Anträge wurden in der gestrigen Sitzung des Bundestages abgelehnt (Siehe Drucksache 19/3034).

Obwohl sich die Forderungen der beiden Anträge ähneln lehnt die AFD den Antrag der FDP und umgekehrt auch die FDP den Antrag der AFD ab. Die anderen Parteien sind sich bei der Ablehnung beider Anträge einig.

Der Wolf kommt also vorerst weiterhin nicht ins Jagdrecht.

Wildschweine von Feldern vergrämen

Versagt die Jägerschaft? Nimmt die Anzahl der Wildschweine überhand? Ist der Wildschaden nicht mehr zu stoppen?

Oder geht es, wie so oft, nur ums Geld und das möglicherweise zum Nachteil für uns alle?

Diese Fragen kamen mir in den Sinn, als ich den Artikel Wildschweine vertreiben: So geht’s mit der Feldspritze in der Agrarheute vom 19. Februar gelesen habe.

Die Firma Penergetic mit Sitz im schweizerischen Romanshorn hat ein Vergrämungsmittel mit dem Namen „Penergetic b Boden WV“ herausgebracht. Die Firma Penergetic vertreibt diverse Produkte für die Landwirtschaft, die alle auf Biostimulation beruhen. Das neue Produkt, das noch nicht auf der offiziellen Website beworben wird, ist ein Bodenhilfsstoff. Es besteht vor allem aus Bentonit und Sikron. Bentonit ist eine Mischung aus Tonmineralien die viel Wasser aufnehmen kann. Sikron ist ein Quarzmehl. Quarzmehle werden z. B. in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft eingesetzt. Penergetic b Boden WV ist, wie Agrarheute es beschreibt, mit dem elektromagnetischen Signal „Mensch“ programmiert. Am Feldrand ausgebracht, soll das Produkt so Wildschweine vertreiben. Zur Ausbringung wird das Pulver gelöst und mit einer Feldspritze versprüht. Mit einem Einsatz von € 20,– kann man einen ca. 600m langen Feldrand schützen.

Ich möchte keine Vermutungen anstellen warum die Wildscheinpopulation trotz immer weiter steigenden Streckenzahlen steigt. Vergrämen ist für Jäger nichts neues. Nun wissen wir aber auch, dass Vergrämen nur sehr beschränkte Zeit wirkt und sich vor allem die Schweine sehr schnell an neue Gerüche gewöhnen. Ist eine (Geruchs-) Barriere erst überwunden spricht sich das bei den Rotten herum. So ist es auch nicht verwunderlich, dass es keinen ganzjährigen Schutz für das Maisfeld im Test gab.

Allerdings sehe ich noch ein ganz anderes Risiko. Wenn das neue Produkt auf größeren Flächen eingesetzt wird dann konditionieren wir die Wildschweine darauf, dass der Geruch „Mensch“ keine große Gefahr darstellt. In dem Moment ist nicht nur die Wirksamkeit des Mittels aufgehoben sondern auch die Scheu der Wildschweine sich Menschen zu nähern. Populationen, die an Rändern von Gemeinden und Städten leben würden dann mit noch weniger Scheu in die Gärten kommen um nach Nahrung zu suchen.

Punkt zwei auf der Contra-List ist: Wenn ein Landwirt großflächig vergrämt gehen die Schweine zum Nachbarn. Also muss auch der vergrämen (oder Wildschadenforderungen an die Jägerschaft stellen). Das ist natürlich im Sinn des Herstellers – aber es hilft nicht beim Erhalt eines gesunden Ökosystems. Neben den Schweinen werden mit Sicherheit auch andere, nützliche Tiere aus den Feldern fern gehalten. Das könnte zu noch mehr Einsatz von Chemie und Bodenhilfsstoffen führen.

Was im ersten Moment gut klingt muss also hinterfragt werden!

Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD)

Der DJV hat den Jahresbericht 2017 des Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands veröffentlicht.

Der Bericht steht hier zum download.

Im Fokus stehen neben dem Niederwild auch invasive Arten wie Waschbär und Marderhund sowie verschiedene Wildgänse. Derzeit werden 17 Tierarten von den deutschen Jägern für diesen Bericht erfasst und überwacht.

An dieser Stelle danken wir allen Revierinhabern und Jägern, die sich an der Erhebung der Daten beteiligen und den Bericht damit ermöglichen.

Referentenentwurf zum Entwurf eines Dritten Gesetzes zur Änderung des Waffengesetzes und weiterer Vorschriften

Gestern am frühen Abend haben ich den Referentenentwurf zum Entwurf eines Dritten Gesetzes zur Änderung des Waffengesetzes und weiterer Vorschriften bekommen, konnte ihn vor dem Vollmondansitz aber nur kurz überfliegen ohne parallel das Waffengesetz zur Hand zu haben.

Hier also nur stichwortartig mein erster Eindruck:

  • Systemhülse und Kammer bei Langwaffen werden wesentliche Waffenteile. Bei AR15 artigen halbautomatischen Waffen auch das Gehäuseober- und Unterteil (upper and lower receiver).
  • Magazine mit einer Kapazität von mehr als 10 Schuss bei Langwaffen und mehr als 20 Schuss bei Kurzwaffen werden verboten. Es soll aber einen Stichtag für den Besitz vorher erworbener Magazine geben (mit Anmeldung).
  • Schalldämpfer für Jäger ohne Bedürfnisnachweis erwerbbar.
  • Die Bedürfnisprüfung nach §4 kann jetzt nicht mehr nur alle 3 Jahre gemacht werden sondern soll jetzt regelmäßig gemacht werden.

Zu dem Status des Dokuments kann ich nichts sagen. Ich weiß nicht, ob es ein früher Entwurf ist oder ob er so in die Abstimmung gehen soll.

— Nachtrag am 23.01.2019:

Ich habe mir das Dokument jetzt noch einmal etwas näher angeschaut. Wenn sich Menschen mit einer Materie auseinandersetzen von der Sie keine Ahnung haben dann findet man seltsame Dinge. Ein schönes Beispiel ist der Begriff „Magazingehäuse“. Es ist bezüglich der Kapazität als entscheidendes Teil definiert. Das bedeutet, dass die übliche Begrenzung der Kapazität von Magazinen auch verboten ist.

Punkt 1 (oben) ist die Erweiterung der Liste der wesentlichen Waffenteile. Auch der Verschlussträger soll künftig als wesentliches Waffenteil gelten. Es kommt aber noch besser. All diese Teile sollen nachträglich gekennzeichnet werden müssen. Auch bei bestehenden Waffen müssen diese Teile also nachträglich mit der Waffennummer gekennzeichnet werden. Ich frage mich, wie das technisch möglich sein soll und wer das bezahlen wird?

Ganz interessant ist auch die geplante Änderung des §25 Abs.1 Nr. 1. Im Entwurf heißt es da: „…Vorschriften zu erlassen über eine besondere Kennzeichnung bestimmter Waffen- und Munitionsarten sowie über die Art, Form und Aufbringung dieser Kennzeichnung…“ – Hier muss man sich mal den möglichen Umfang auf der Zunge zergehen lassen. Es wird hier die Ermächtigung definiert zusätzliche Kennzeichnungspflichten per Verordnung zu definieren. Wenn z.B. Geschosse und Hülsen kennzeichnungspflichtig werden dann möchte ich gar nicht daran denken wie das die Munitionspreise explorieren lässt.

33. Internationales Militärschießen Hesborn Hochsauerland 24. Mai ‐ 26. Mai 2019

Das Landeskommando NRW der Streitkräftebasis der Bundeswehr veranstaltet zum 33. Mal das Internationale Militärschießen in Hesborn im Hochsauerland. Das Spektakel findet vom 24. Mai bis 26. Mai 2019 statt.

Neben aktiven Soldaten sowie Reservisten der Bundeswehr und ausländischen Armeen nehmen Behördenteams (Polizei, Justiz, Zoll etc.) und zivile Teams teil.

Es wird das Gewehr G36, die Pistole P8 und das MG3 geschossen. Das Maschinengewehrschießen ist im vergangenen Jahr leider ausgefallen. Wie es in 2019 sein wird kann ich noch nicht sagen. Mannschaften bestehen jeweils aus 4 Personen (Mindestalter 18 Jahre).

Folgendes Programm ist geplant:

Am Freitag ist Anreisetag und Registrierung. Die Bundeswehr stellt neben den Wettkampfwaffen auch andere Waffen aus mit denen man sich vertraut machen kann. Anschließend ist ein feierlicher Umzug mit Kranzniederlegung und am Abend ein Gemeinschaftsabend geplant.

Für Teilnehmende an der Veranstaltung stehen unentgeltliche Gemeinschaftsunterkünfte zur Verfügung.

Am Samstag ist der eigentliche Wettkampf. Bundeswehr und THW werden parallel eine Ausstellung präsentieren.

Am Sonntag findet dann, nach einem gemeinsamen Frühstück, die Siegerehrung statt.

Ich würde mich freuen, wenn wir mindestens eine Mannschaft aufstellen können.

Wer Interesse hat meldet sich bitte beim Schießobmann der bei mir.